Ein Meilenstein für den B-420 Social Club Bad Kreuznach: Der Verein durfte zum ersten Mal Cannabis an seine Mitglieder abgeben.
Nach Monaten der Vorbereitung hat der B-420 Social Club Bad Kreuznach seine erste Cannabisabgabe gemeistert. „Es war schon zeitweise stressig, aber unterm Strich lief es gut“, resümiert Schatzmeister Fabien Spreitzer.
Rund 40 bis 50 Mitglieder kamen insgesamt am Freitag und Montag, 15. und 18. August, zur Abgabestelle nach Bingen. Über die sogenannte Hanf-App können sie sich Sorten reservieren, die dann vom Team zur Abgabe vorbereitet werden. Die Menge richtet sich nach dem gewählten Abomodell, wobei es pro Mitglied maximal 50 Gramm je Monat sein dürfen, erklärt Vorstandsmitglied Can Christ.

Ein Favorit zeichne sich bisher noch nicht richtig ab, das sei schwierig zu sagen, meint Christ. Bei der ersten Abgabe standen zehn Sorten zur Auswahl, im zweiten Anbau sind es fünf. Konstant möchten sie fünf bis sechs wechselnde Sorten anbieten. Bei jeder Ernte werde im Labor der CBD- und THC-Gehalt bestimmt. Diese werden bei der Abgabe auf den Beipackzetteln mitgegeben. Bei der ersten Ernte wurde zusätzlich auf Schwermetalle und Schimmel getestet, erläutert Christ.
Dass die Abgabestelle am gleichen Standort wie die Produktionsstätte eingerichtet wird, war nicht geplant. „Im Endeffekt ist es eine super Lösung“, sagt Spreitzer. Nach wie vor sind sie aber auf der Suche nach Räumlichkeiten in Bad Kreuznach, um dort eine Abgabestelle einzurichten – denn sie dürfen mehrere besitzen, erklärt Christ. Eine Genehmigung für ein Vereinsheim in der Römerstraße wurde seitens des Landesamts nach nur einer Woche wieder zurückgezogen, da sich ausgehend von der Ecke des Gebäudes in 179 Metern Entfernung ein Spielplatz in der Planiger Straße befindet. Mindestens 200 Meter müssen etwa zu Spielplätzen und Schulen eingehalten werden. „Wir hatten schon fix damit geplant“, berichtete Christ unserer Zeitung im April.
Mit Blick auf die eingerichtete Abgabestelle in Bingen meint er: „Erst mal sind wir mit dem zufrieden, was wir haben.“ Apropos: Ist eine mögliche Aufhebung der Legalisierung ein Thema, das den Vorstand beschäftigt? Die Anbaulizenz des Vereins läuft für sieben Jahre. Für diese Zeit fühlen sie sich „relativ sicher“ und wollen sich stetig weiterentwickeln, sagt Christ.
Auch bei den Mitgliedern sei die Abgabestelle gut angekommen. Jeder muss die Blüten persönlich abholen, eine Mitnahme für ein anderes Mitglied ist nicht möglich, betont Spreitzer. Fast 100 Mitglieder zählt der Verein derzeit. Die Personalien werden mit den Angaben in der Hanf-App abgeglichen, fügt Thien Lam hinzu, der seit rund einem halben Jahr Teil des Teams ist. Spontanes vorbeischauen sei auch möglich. Bezahlt werde per Banküberweisung, Bargeld nehmen sie nicht an. Aufklärung ist dem Vorstand wichtig. Daher liegen Bücher mit Informationen zu Cannabis und Erläuterungen zu den aktuellen Sorten aus.
Geöffnet ist die Abgabestelle für Mitglieder montags, mittwochs und freitags von 16.20 bis 20 Uhr. Die erste Mitgliederversammlung des Vereins findet am Freitag, 29. August, von circa 16.20 bis 20 Uhr in der Jakob-Schadt-Straße 2 in 55411 Bingen statt.
Quelle: Rhein-Zeitung (24.08.2025)
